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↓ Das Digitale sammeln: Das antizipierte Spannungsfeld digitaler Objekte Sozialer Medien und ihre zukünftige Funktion der Erinnerung im Museum

15:00 -15:30 - Stiftungssaal

Matthias Pöschl (Graz/Klagenfurt)

Das junge 21. Jahrhundert ist wie kein anderes durch digitale Objekte geprägt, die zumindest auf den ersten Blick keine greifbare Physikalität aufweisen. Dennoch bestimmen sie immer mehr den Alltag und die Vorstellungen der Menschen, wie zum Beispiel durch Bilder, Beiträge, Stories und Videos der Sozialen Medien. Diese Entwicklung betrifft auch Museen und ihre Tätigkeit, denn sie sind zunehmend gefragt, auch diese Objekte zu sammeln und zu zeigen.

In meinem Beitrag liegt der Fokus auf Objekten der Sozialen Medien, welche als zukünftige Artefakte im musealen Kontext verhandelt werden, um Teil der globalisierten Geschichte und des kollektiven Gedächtnisses zu werden.

Bis dato fanden digitale Praktiken vor allem in Form von Medieneinsatz in Ausstellungen und der Digitalisierung des Sammlungsbestandes Einzug. Mit der COVID-19-Pandemie trat ein Wandel ein, da eine Vielzahl von Museen die Pandemie auch digital, mittels der Methode des Rapid Response Collecting, sammelten.

Ausgangspunkt für den Beitrag ist der Angriff Russlands auf die Ukraine, welcher ein Fluktuieren unzähliger Berichte und Zeugnisse dieses Ereignisses von Opfern des Krieges in den Sozialen Medien mit sich brachte. Diese Objekte dokumentieren nicht nur die Kriegsereignisse, sondern thematisieren auch Flucht und Ankommen in Aufnahmeländern. Zeug:innen berichten in den Sozialen Medien über die Ereignisse und ihren Alltag und erzeugen dadurch relevante Zeitzeugnisse.

Diese Objekte versprechen besonderen Erkenntnisgewinn, da sie Einblick in die Geschehnisse und den Alltag der User:innen geben. Aus diesem Grund ist es notwendig, sich dieser Objekte verstärkt anzunehmen und zu diskutieren, was bewahrt werden muss (und in welcher Form). 

Hierzu wurden qualitative Interviews mit österreichischen Expert:innen aus dem Ausstellungs-, Archiv- und Museumswesen geführt, welche ermutigt wurden, potenzielle Annahmen zu treffen und zukünftige Szenarien, Probleme und Handlungen spekulativ zu skizzieren. Weiters wurden User:innen (14 – 30 Jahre) von Sozialen Medien befragt, um herauszufinden, was diese als „bewahrenswert“ kategorisieren und wie sie damit umgehen würden. Daraus sollen Möglichkeiten abgeleitet werden, wie diese Objekte gesammelt und genutzt werden können.

Ziel des Beitrages ist es, zur Diskussion, wie diese Objektkategorie im musealen Kontext verortbar ist, beizutragen und Ansätze für ein Framework zur musealen und gestalterischen Handhabe dieser Objekte zu finden.